Qigong und Wandern
- Michael V
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Dobel - Lehmannshof -Eyachmühle - Dobel, 12,9km
Am Samstag, den 16. Mai 2026 haben wir uns zur Qigong-Wanderung in Dobel getroffen. Wir sind frühs um 10.00 Uhr am Parkplatz der Kurverwaltung gestartet. Es war am Morgen noch sehr frisch und kalt. Warm wurde es uns allerdings schon nach den ersten Schritten auf dem Weg zum ehemaligen Dobler Wasserturm, der heute als Ausichtsturm fungiert. Kurz darauf konnten wir in die Tour vollends einsteigen. Beim betreten des Waldes, zeigte sich eine Fauna die wohlig holzig und harzig duftete. So war es bei der ersten Qigong Einheit, umgeben von Baum und Moos eine durch und durch sinnliche Erfahrung, den Körper durch Klopfen und Schütteln zu lockern und weiter zu erwärmen. Das Aufwärmprogramm schloß mit einer kleinen Qigong Übung ab.
Der weitere Weg verlief auf einem trockenen Forstweg, vorbei an bemoosten Steinhängen und alterwürdigen Nadelbäumen. An einer prägnanten Wegkreuzung, verließen wir den Forstweg, um auf einem unbefestigtem Weg, steil hinauf eine Anhöhe zu erklimmen. Oben angekommen waren es nur noch wenige hundert Meter zum nächsten Platz. Dort lagen verstreut große Findlinge, die zum Teil ebenfalls mit tiefgrünem Moos bewachsen waren. Die auf den ersten Blick, zufällige Anordung der großen Steine, erwieß sich beim längeren Betrachten des Platzes, doch einer Logik folgend. Wir haben uns diesem Ort in großer Achtsamkeit und Respekt genähert. Über das betrachten des Areals in der Stille fand jeder zu seinem ihm bestimmten Platz. So standen wir lose verteilt auf dem Gelände, fühlten uns eingeladen, um dort die zweite Qigong Einheit an diesem Morgen zu absolvieren. Wir haben uns der Energiearbeit gewidmet, um im Austausch mit der uns umgebenden Natur zu sein. Schon nach kurzem Qigong üben riß der Himmel auf und wärmende Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach. Das praktizieren an diesem besonderen Ort war unwahrscheinlich kraftvoll und hinterließ in uns einen starken Eindruck, der uns alle tief berührt hatte. Zum Dank für diese Erfahrung ließen wir dort Nüsse, Blumen und Räucherware zurück.
Danach ging es dann den Berg hinab ins Tal. Der Boden war durch den Regen, der letzen Tage stellenweise feucht und rutschig, schmutzige Schuhe blieben nicht aus. Aus dem
Wald heraus, vorbei an Wiesen und später dem Flußlauf entgegen, ging es über eine Brücke zur ersten Rast, dem Lehmannshof. Dort warteten freie Bänke und Tische auf uns, die alle Wanderer dazu einladen eine kleine Vesperpause einzulegen. Allerdings begrüßte uns beim Eintreffen ein kurzer Regenschauer und wir mussten in dem überdachten Häuschen unser Essen einnehmem. Es war wunderbar gesellig und der Platz reichte gerade so, da wir nicht die einzigen waren, die dort Unterschlupf gesucht hatten.
Vom Lehmannshof führt eine Birkenallee hin zum Einstieg ins Wasserwegle. Wir nutzen die Wiese, neben der Allee für eine weitere Qigong Einheit. Überrascht waren wir vom angenehm weichen Untergrund, auf dem wir trockenen Fußes einsanken, wie in einen hochflorigem Natur-Teppich. Nach einem kurzen lockern des Körpers, praktizierten wir einfache Taoistische Gesundheitsübungen und die Dreifache Gestalt. Eine ideale Übung um sich erneut an die Verbindung mit der Natur zu erinnern. Diese antwortete prompt, indem sich wieder beim Qigong üben die Sonne zeigte. Es war unglaublich, die Energie der Sonne auf der Haut und selbst durch die Kleidung wahrzunehmem.
Achtsam durquerten wir das Portal hinüber in eine gänzlich andere Fauna. Wir ließen uns Zeit, um in der Stille die Natur zu betrachten. Dabei offenbarten sich seltene Pflanzen, Vogelnester und sogar eine dunkle Erdkröte. Es war wundervoll, sich dem Rauschen der Blätter im Wind hinzugeben, sich von ihnen sanft berühren zu lassen. Alles lebt dort und zeigt sich auf seine Art, wenn man sich dafür öffnen möchte. Im Sonnenlicht glitzernd, offenbarten sich im fließenden Bach, geheimnissvolle Wasserwesen in ihrer in Anmut und Leichtigkeit. Es war eine tiefe Erfahrung, sich auf diese Weise mit der Natur einzulassen.
Der Eyach entlang ging es dann weiter über Wurzeln und immer wieder feuchte Stellen, vorbei an Felsen, Mosshängen und umgestürzten Bäumen. Ein wahrlich wildes Areal, das märchenhaft erahnen lässt, welche Wesen in Felsspalten und Baumstümpfen oder unter Farnen dort hausen.
Nach dem Verlassen dieser magischen Anderswelt säumen Wiesen die Eyach, entlang des Geländes. Ideal für eine weitere Qigong Einheit. Wir haben dort die 18 Übungen des Taichiqigong geübt. Da wir in losen Reihen standen, konnten auch Qigong Neulinge, den Übungen gut folgen und es war für alle ein besonderes Erlebniss, diese Form zu praktizieren. Natürlich war auch hier wieder die Sonne mit uns. Strahlend wärmte sie uns vom Himmel herab. Es war durch und durch eine Wohltat, den weiten Raum und das Licht des Himmels in uns aufzunehmen.
Bei der Brücke gab es in der Nähe einen weiteren besonderen Platz. Ein Teilnehmer aus der Gruppe nutze den Ort für ein gemeinsames Ritual, das uns in unseren Herzen zutiefst berührte. Vielen Dank hierfür, auch nochmals an dieser Stelle!
Später als geplant, sind wir dann erst nach 17.00 Uhr in dem Restaurant Eyachmühle eingetroffen. Dort hatten wir einen Raum für uns und haben uns der Gemütlichkeit des Gasthauses hingegeben. Das Essen war wieder einmal fantastisch lecker und in allerbester Demeter Qualität. Natürlich bietet das Haus neben Forelle und Wild auch auf Vorbestellung ein veganes Gericht. Herrlich dort zu sein und so blieben wir vielleicht auch ein kleines bisschen zu lange. Uns stand ja noch der Rückweg, aus dem Eyachtal hinauf zurück nach Dobel noch bevor.
Zügig gings dann hinauf, vorbei am Baumhaus den Weg zurück nach Dobel. Der Anstieg war in geselliger und lustiger Laune gut zu bewältigen. Angekommen an der prägnanten Wegkreuzung vom Vormittag ging es nun rechts hinab bis zu einem wahrhaftig magischen Brücklein umgeben von geheimnissvollen Steinen. Dort hatte jeder nocheinmal Gelegenheit die Ereignisse des Tages für sich zu reflektiern und sich mit Gaben aus der Natur, bei allen Wesenheiten zu bedanken. Im Aufkommen der Dämmerung war dies nochmals ein ganz besonderer Moment und ein wundervoller Abschluss des Tages.
"Genährt von den Ereignissen des Tage bin ich dankbar nach Hause gefahren. Mich hat es glücklich gemacht, meine Teilnehmer über die Qigong Praxis wieder an die Verbindung von Mensch und Natur zu erinnern. Es war eine unglaublich tolle Zeit, die im Fluge verging. Vielen Dank euch allen, für eure Sein und Wirken an diesem besoneren Tag!"
Nächste Termine für Qigong Wanderungen 2026:
Samstag, den 30. Mai
Samstag, den 13. Juni
Samstag, den 18. Juli
August ist noch in der Planung




















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