Warum ich meditiere
- Michael V
- 15. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Über den Film Bleep wurde ich auf das Thema Bewusstsein aufmerksam. Mich faszinierte der Gedanke, dass unsere Innenwelt einen Einfluß auf unsere äußere Realität hat. Dass Gedanken maßgeblich dazu beitragen, wie wir unsere Welt erleben. Ich entdeckte darauf spannende Parallelen zu den Lehren des Taoismus. Später habe ich mich dann wieder westlichen Denkern wie Ulrich Warnke und ab 2020 Eckhart Tolle zugewand. Gerade Eckhart Tolle war in der Corona Zeit der Schriftsteller, in dessen Texten ich eine unglaubliche Tiefe fand. Das unbewusste Denken, der Schmerzkörper und das Ego, das waren meine Themen in dieser Zeit.
Tolle der selbst auf eine langjährige Meditationserfahrung zurück blicken kann, empfiehlt seinen Lesern zu meditieren. In seinem Buch "Eine neue Erde" rät er einem Freund, dass er anstelle des Besuches eines spirituellen Workshops besser täglich meditieren solle. Die Veränderungen nach einem Jahr wären mehr wert, alls die Besuche aller angebotenen Workshops. Das hat mich sehr motiviert um mich dauerhaft auf mein Meditationskissen zu setzen.
Die Anleitung zur Meditation war sehr simpel. Den Energiekörper der Hand wahrnehmen, oder in der Stille sein und die Gedanken beobachten. Sollten sich Gedanken zeigen, diese ohne Druck ziehen lassen. Das Ziel sei es, den Abstand zwischen den einzelnen Gedanken zu vergrößern. Das hat mich unwahrscheinlich gereizt. Tatsächlich hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt oft Schwierigkeiten, mich in Gesprächen voll und ganz auf das Gesagte meines Gegenübers zu konzentrieren. Immer wieder passierte es mir, dass ich gedanklich abwanderte und im Aussen durch Mimik Aufmerksamkeit nur simulierte.
Meine Meditations Technik in dieser Zeit war es, mir einen Kamera die außerhalb meines Hinterkopfes auf mein Gehirn gerichtet war vorzustellen. Die Kamera sollte dabei nicht mein physisches Gehirn abbilden, sondern die entstehenden Gedanken beobachten, so dass ich diese umgehend unterbinden konnte. Sicherlich gab und gibt es bessere Wege um in die Stille zu kommen, damals war dies mangels Erfahrung allerdings dass Mittel meiner Wahl. Da die Aufmerksamkeit im Kopf angesiedelt war, hatte ich durch die räumlichen Nähe zu den Gedanken, das Gefühl einer besseren Kontrolle. Und es war ok so, denn allem Neubeginn wohnt ein Zauber inne, wie Hermann Hesse schon sagte.
Vortan habe ich dann frühs nach dem Qigong Training auf diese Weise medititert. Es war eine besondere Zeit, ich bin um 05.00 Uhr aufgestanden und brauchte für Qigong und Meditation in etwa 90 Minuten. Mir kam es zugute, dass Aufgrund der Corona Maßnahmen sich meine Arbeitszeiten änderten und ich vormittags meine Kunden direkt von daheim aufsuchen konnte.
Die erste Veränderung im Alltag zeigte sich darin, dass ich mir über mein unbewusstes Denken bewusst wurde. Ich bemerkte, wie ich in negativen Gedankenschleifen mich immer wieder ermüdend und auszehrend gedanklich im Kreis drehte. Von da an hatte ich eine Wahl. Ich konnte mich entscheiden, in Sumpf der Negativität zu bleiben, oder bewusst dieses Gedanken zum Stillstand zu bringen. Die erschreckende Erfahrung dabei war das Suchtpotenzial meiner negativen Gedanken. Tatsächlich empfand ich eine Lust mich in Negativität zu baden, so als ob destruktive Gedanken, hormonelle Ausschüttungen begünstigen, die einen immer wieder dazu führten durch Gedanken, Gefühle zu produzieren, die wiederum zu negativen Gedanken führten.
Von da an hat es mich gefangen. Ich war motiviert, meine Innenwelt von Grund auf zu verändern.
In den folgenden Monaten befasste ich mich mit meinem Ego. Verstand dass Reaktionen in Konflikten sich auf Triggerpunkte berufen, die weit in der Vergangenheit lagen und nur bedingt mit der aktuellen Situation zu tun hatten. Durch das bewusst sein, schaffte ich einen Augenblick, einem Moment der mich innerlich inne halten ließ, und ich eine bewusste Entscheidung treffen konnte, wie ich mit der Situation im weiteren Verlauf umgehen solle. Der Schmerz denn ich wahrnam, führte mich nicht in unbewusste Muster mehr, sondern ich war Herr über meine bewusste Entscheidung. Dies hat mich in Konflikten unwahrscheinlich entspannt und dazu geführt, mich zu öffnen, das Gegenüber wahrzumehen, ihm seine Position und seine Realität anzuerkennen.
Zwischenzeitlich gelang es mir in der Meditation immer besser, in der gedanklichen Stille zu verweilen. Auch wenn es damals, wie auch heute tagesformabhänig ist, wie tief ich in die Stille eintauchen kann., so haben sich meine Werkzeuge in den letzen Jahren doch verfeinert. Es gibt begünstige Faktoren die helfen in die Stille zu kommen. Ich habe erkannt, dass bei einen zu großes Wollen, der Zustand sich vor mir entzieht. Es ist ein feiner Grad auf dem ich wandle, zuguter letzt habe ich es nicht zu 100 Prozent in der Hand, welche Erfahrung mir die morgendliche Meditation bringt. Es scheint so, als ob ein Bewusstseinsfeld im Hintergrund maßgeblich mitentscheidet, wohin die Reise gehen mag.
Letztes Jahr habe ich eine KI genutzt, um meine dokumentierten Meditationserfahrungen auf Muster zu überprüfen, die mir in der Betrachtung entgangen sind. Dabei haben sich erstaunliche Ergebnisse gezeigt, auf die ich im zweiten Teil eingehen möchte.
Wenn Dir dieser Blogbeitrag gefallen hat, dann folge mir gerne!




Kommentare